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  • AutorenbildVanessa K

Gemischte Gefühle

Kennst du es auch, wenn du nicht nur wütend bist, sondern gleichzeitig Traurigkeit spürst? Oder du neben Trauer auch Freude wahrnimmst. Schließt sich das nicht aus? Nein, keineswegs.

Es ist aus meiner Sicht sogar gut, dass wir mehrere Emotionen gleichzeitig oder kurz aufeinanderfolgend spüren können. Wenn immer nur ein Gefühl dominiert, wäre das je nach Gefühl auch anstrengend und wir würden wichtige Bedürfnisse gar nicht wahrnehmen können. Auch das kann natürlich passieren. Je nach Lebensumstand fühlt ein Mensch womöglich gerade vorrangig Traurigkeit. Etwa, wenn er oder sie vor kurzem einen Verlust oder eine Trennung erlebt hat. Oder auch Freude und Fröhlichkeit, wenn sich vielleicht gerade ein lang gehegter Wunsch erfüllt hat oder auch einfach nur, weil es dem Menschen gut geht und er oder sie sein Leben genießt. Wie bei allem kommt es auch hier auf das Maß an. Es ist völlig ok, wenn über eine Zeitlang mal ein Gefühl dominiert*. Auch, wenn es Traurigkeit ist. Jedoch sollten wir uns selbst dabei im Blick behalten, etwa indem wir auch in herausfordernden Zeiten so gut wie möglich für uns sorgen. Wie geht das? Zum Beispiel dadurch, indem man sich selbst fragt, was man gerade braucht bzw. für sich tun kann, um durch bestimmte Phasen zu kommen. Und indem man auch mal eine Pause von den Gefühlen nimmt, z. B. indem du bewusst in den gegenwärtigen Moment kommt und sich etwas Raum und Zeit für sich nimmst (gelingt nicht immer gleich). Was tut gerade dann gut? Das muss nicht wer weiß was großes sein. Vielleicht ist es ein kurzer Spaziergang oder ein Tee? Womöglich auch ein Treffen mit einem Menschen, den man mag? Meist merken wir es intuitiv, wenn wir einmal innehalten und in uns reinhorchen. Unter Druck setzen sollten wir uns dabei aber nicht. Lieber kleine Schritte gehen - Tag für Tag fühlt sich oft entspannter an.


Mehrere Gefühle zu haben ist ok

Zurück zu den Gefühlen... Ich habe es erst vor einer Weile selbst erfahren. Wir hatten einen Trauerfall. Neben der Traurigkeit darüber war da bei mir zunächst auch Erleichterung, denn es war mit einer schweren Erkrankung verbunden. Auch Wut war da, dass alles so gekommen ist. Und, was mich zunächst etwas erstaunt hat, ich habe immer wieder Freude gespürt. Die hat sich besonders gezeigt, wenn ich z. B. im Wald unterwegs war, Freunde getroffen habe oder essen gegangen bin. Auch beim Alleinsein war sie da. Und ich habe auch sie da sein lassen, denn sie hat nichts an den anderen Gefühlen geändert. Im Gegenteil: Alle Gefühle nebeneinander taten mir gut, um besser durch diese Phase zu kommen. Ich war ihnen zudem nicht ausgeliefert, sondern habe ihnen den nötigen Raum gegeben und auch Pausen genommen, etwa indem ich mir bewusst etwas vorgenommen oder mich mit anderen Dingen beschäftigt habe. Die oben beschriebene Achtsamkeit zählt für mich ebenso dazu. Das ist mir nicht immer gleich gut gelungen, auch ok und menschlich. Natürlich ist es individuell, was jemanden wie und wann gut tut.


*Sollte bei dir dauerhaft ein Gefühl überwiegen und dich das belasten, scheue dich bitte nicht, dich ggf. psychotherapeutisch begleiten zu lassen. Gleiches gilt für häufig bzw. schnell wechselnde Gefühle.

**Aufgrund der besseren Lesbarkeit nutze ich an manchen Stellen nur die männliche Form, gemeint sind in jedem Fall immer w/ m/ d.

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