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  • AutorenbildVanessa K

Konflikte: Ich- statt Du-Botschaften

Aktualisiert: 9. Feb.

Dein Partner macht nie das, worum du ihn gebeten hast und du bist zunehmend frustrierter?* Langsam weißt du auch nicht mehr, ob die vielen Gespräche noch etwas bringen.


Im Gegenteil: Statt, dass sich danach etwas geklärt anfühlt, ist die Atmosphäre eher noch angespannter. Bis zur nächsten Diskussion dauert es dann oft nicht lang. Es ist wie ein nicht enden wollender Kreislauf. Und auf beiden Seiten wachsen vielleicht die Zweifel an der Beziehung. Macht sie noch Sinn?


Erkenne deine Bedürfnisse

Bevor du solche Schritte gehst, wirf bitte erst einmal einen Blick darauf, wie ihr miteinander kommuniziert. Dafür lohnt es sich, zunächst einen kleinen gedanklichen, zeitlichen und auch räumlichen Abstand zu der Situation einzunehmen. Wenn du wieder klar denken kannst – in Konflikten gelingt uns das meist nicht – dann überlege dir zunächst, worum es dir eigentlich geht. Also welches Bedürfnis tatsächlich hinter deiner Bitte steckt. Bringt dein Partner z. B. nie den Müll runter, obwohl du ihn gefühlte 600-mal darum gebeten hast, dann kann da womöglich das Bedürfnis hinter stecken, dass er einmal anerkennt, was du alles tust, damit ihr in einem schönen Zuhause wohnt. Mit seiner Missachtung trampelt er aber (unbewusst) darauf herum. Natürlich führt das bei dir zu Verärgerung. Wenn du dein Bedürfnis nun für dich erkannt hast, reflektiere im zweiten Schritt einmal, wie du bisher mit deinem Partner kommuniziert hast. Wenn du etwa überwiegend Du-Botschaften benutzt hast, so fühlt sich dein Partner voraussichtlich kritisiert und denkt vielleicht, er kann es dir sowieso nicht recht machen. Dann macht er dicht oder ihr streitet ständig über dieselben Sachen. Bleibst du stattdessen bei dir und vermittelst ihm mit einer Ich-Botschaft, worum es dir wirklich geht und was dein Thema mit der Situation ist, wird er dein eigentliches Bedürfnis verstehen. Der vergessene Müll ist, wie bereits erwähnt, meist nur exemplarisch zu sehen. Bestenfalls trägt er diesen nun aber regelmäßig herunter, um deinem eigentlichen Bedürfnis nachzukommen und damit dein Bemühen, um ein schönes Zuhause anzuerkennen. Er muss es aber nicht tun. Es ist deine Bitte bzw. Erwartung an ihn und er entscheidet freiwillig, ob er sie erfüllt. Häufig führen Ich-Botschaften und kommunizierte Bedürfnisse jedoch zu einem besseren und v. a. freundlicherem Austausch. Man kommt wieder ins Gespräch und findet gemeinsam Wege und Kompromisse für ein angenehmeres Zusammenleben.


Bitte setzte dich bzw. setzt euch nicht unter Druck, sollte es nicht gleich beim ersten Mal klappen. Auch neue Kommunikationsweisen wollen erstmal entsprechend geübt werden. Sollten sich die gleichen Konflikte weiter wiederholen, so verbirgt sich meist ein altes und womöglich verdrängtes Thema von einem oder beiden Partnern dahinter. Es lohnt sich dann, sich dieses, z. B. mit einer therapeutischen Begleitung, bewusst zu machen und es entsprechend zu bearbeiten. Der Veränderung im Inneren folgt dann nach und nach auch eine Veränderung im Außen.

 

*Gemeint sind immer Männer und Frauen. Aufgrund der besseren Lesbarkeit verwende ich nur eine Form im Text. Der Text gilt ebenfalls auch für andere Zusammenhänge, d. h. Freundschaften, Familie etc.

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